Adels- und Klosterhöfe
Der Klosterather Hof
Im Jahre 1300 bekennt Abt Cono von Klosterrath, dass die bisherigen klösterlichen Güter zu Ahrweiler unter der Jurisdiktion des Abtes von Prüm stehen. Als Anerkennungsgebühr muss der Abt von Klosterrath dem Abt von Prüm jährlich ein Corporale [Kelchtuch] geben. In einem Zinsregister wird auch ein Schultheiß erwähnt.
Der Rodderhof, wie er im Volksmund genannt wird, gehörte zu den vier Prinzipalhöfen in Ahrweiler. Diese hatten das Recht, gegen eine Tonne Kurwein ihre Weine zollfrei durch die Grafschaft Neuenahr transportieren zu dürfen.
Im Schöffenweistum von 1501 wird bestimmt, dass der Klosterrather Hof im Kriegsfalle den Ahrweiler Bürgern einen Heerkarren zu stellen hatte.
Im Jahre 1714 schließlich wurde das zerfallene Gebäude unter Abt Nicolaus Heyendal neu aufgebaut. Es entstand der Rodderhof mit einer Kelter, zwei Keltern, einer Ringmauer und einem Ausfahrtstor. Das zweigeschossige Hauptgebäude mit acht Achsen hat barocken Charakter. Ob der alte Hof dem Stadtbrand von 1689 zum Opfer gefallen ist, ist fraglich, denn die Liste der abgebrannten Höfe, die der damalige Stadtschreiber 1691 erstellt hat, enthält den Klosterrather Hof nicht.
1755 wurde der Rodderhof mit einigen Weingütern an Ernest Laukart auf 12 Jahre verpachtet. Im Stadtplan von 1775, den der Landmesser Galibert erstellt hatte, umfasste der Rodderhof noch 2107 m2.
Im Jahre 1803 verkaufte der französische Staat den Rodderhof für 2075 Franc an Peter Josef Schütz. Das Anwesen umfasste ein Wohnhaus, eine Scheune, Ställe und einen Garten. 1846 kaufte Peter Josef Kreuzberg den Rodderhof. Im 19. Jahrhundert ging das Anwesen in den Besitz der Stadt Ahrweiler über. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahre 1992 wurde der alter Klosterhof, inzwischen wieder in privater Hand, grundsaniert und als Hotel umgebaut.